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Deutsche Bauelemente-Distribution verabschiedet 2025

06. Februar 2026

Erholung im 2ten Halbjahr – Comeback mit Risiko

Marktentwicklung nach Produktgruppen im deutschen Elektronikmarkt (FBDi), Q24–25

Berlin, 06. Februar 2026 – Nach zwei Jahren schwieriger Entwicklung zeigt die Elek­tro­nik­bau­ele­mente Dis­tri­bu­tion in Deutsch­land laut FBDi e.V. im vierten Quar­tal 2025 das zweite Mal in Folge ein Umsatz­wachs­tum zum Vorj­ahres­zeit­raum.
Mit einem Plus von 7,9 % gegen­über dem vierten Quartal 2024 und einem Book to Bill Index von 1,31 deutet sich eine spür­bare Be­le­bung der Nach­frage an.

Besonders be­mer­kens­wert ist der Auf­trags­ein­gang, der mit + 55,7 % klar über dem Vor­jahres­quar­tal liegt und damit einen wich­ti­gen Hoff­nungs­schim­mer für die Branche setzt – auch wenn dies noch keine Ent­war­nung bedeutet.

Die Entwicklung der einzelnen Produkt­grup­pen zeigt ein sehr differenziertes Bild. Halb­leiter er­ziel­ten mit 472,8 Mio. € ein Umsatz­wachstum von 9,9 % und verzeichneten mit einem Book to Bill von 1,42 eine besonders starke Nachfrage. Die Auf­trags­ein­gänge stiegen um 77 % gegen­über dem Vor­jahres­quartal, getragen vor allem von dyna­mischen Zu­wäch­sen in MOS Micro Logik (+ 115,9 %) und Me­mo­ry (+ 320,0 %).

Auch IP&E Produkte entwickelten sich positiv: Mit 255,9 Mio. € Umsatz (+ 9,5 %) und einem Book to Bill von 1,11 übertraf der Auf­trags­ein­gang das Vor­jah­res­ni­veau mit +28,3 % deutlich.

FBDi-Ausblick für 2026 und darüber hinaus: Zeitenwende in der Elektronik
Die positiven Auftragseingänge und Umsätze im zweiten Halbjahr 2025 zeigen, dass die Elek­tro­nik­bran­che in Deuts­chland wieder Tritt fasst. Gleich­zeitig bleibt die Lage fragil: geo­po­li­tische Span­nungen, vola­tile Liefer­ketten und ein KI ge­trie­bener Techno­lo­gie­schub, der vor allem in den USA und Asien statt­findet, verschieben die Kräfte­verhältnisse weiter.

Europa steht damit vor der Heraus­for­de­rung, aus moderatem Wachstum und industrieller Stabilität eine echte strategische Position zu formen.
2026 wird ein Jahr der Richtungs­ent­schei­dungen. Die Branche kann von steigenden In­ves­ti­tionen in KI Infra­struktur, Defense und Aerospace profitieren – oder durch globale Schocks erneut ausgebremst werden.

Die strukturellen Stärken Europas liegen nicht im Volumen, sondern in techno­lo­gischer Breite, Sys­tem­inte­gration und lang­lebigen Industrie­an­wen­dungen. Genau hier entsteht das Potenzial für nach­hal­ti­ges Wachs­tum, wenn politische und wirt­schaft­liche Rahmen­be­din­gungen konse­quent darauf aus­ge­richtet werden.

Der FBDi fordert: Stärken teilen und auf Ge­mein­sam­keiten besinnen
„Europa braucht Klarheit, Mut und gemeinsame Prio­ri­täten, um sich nicht länger von globalen Dy­na­mi­ken treiben zu lassen, sondern die eigene industrielle Stärke aktiv in die Zukunft zu tragen.“ konstatiert FBDi Geschäftsführer Andreas Falke.

Notwendig sind gezielte Investitionen, Ko­o­pe­ra­tio­nen und eine euro­pä­ische Stra­te­gie, die Schlüssel­tech­no­lo­gien nicht nur fördert, son­dern kon­se­quent skaliert.

Nur durch Integration, abgestimmte In­dus­trie­politik und einen gemeinsamen Plan für Halb­leiter, Elek­tro­nik, KI und kritische Infra­struk­tur kann Europa seine Rolle als ge­stal­ten­der Wirt­schafts­raum zurück­er­obern.

Fragmentierte Märkte, nationale Allein­gänge und zöger­liche Um­set­zung gefährden die Wett­be­werbs­fähigkeit. Tech­no­lo­gische Sou­ve­rä­nität entsteht nur, wenn Europa jetzt han­delt, seine Kräfte bün­delt und neue Partner umarmt – dann könnten wir tat­säch­lich besser werden.

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